====== Historische Höhlenbefahrung, 15.11.2003 ======



Zur historischen Höhlenbefahrung am 15.11.2003 trafen sich erstaunlich viele Höfos mit Kind und Kegel. Ich hatte nicht mit so viel Interesse gerechnet. Wir waren in einer kleinen Höhle mit bereits vielfach vorhandenen unschönen Befahrungsspuren, genauer: es war stark verdreckt und vermüllt. Wie bei der Befahrung feststellbar war, ist eine Müllbergungsaktion nötig. Wir konnten trotz vieler Helferhände an diesem Samstag nur vergleichsweise wenige Glasflaschen bergen.



Die Befahrung sollte eine Tour mit historischem Geleucht sein: z.B. alte Karbidlampen, Benzinlampen, Petroleumlampen, Frösche, Kienspäne und Kerzenhalter etc. Mein besonderes Interesse war zu sehen, wie unterschiedlich hell die Lampen wären, wie sie flackern und wie sie zu handhaben seien.

Wie ist die optische Wirkung eines Kienspans an der Höhlenwand? Wie handhabt man einen Frosch im Schluf?



Kerzen sind allgemein bekannt, nur wohin mit dem Teil beim Klettern? Ohne zu kleckern! Bei den historischen Karbid- und Benzinlampen war zuerst einmal die Technik von Interesse, wo kommt das Benzin hinein? Wie macht man die Lampe an und wieder aus? (Sanfter Schlag von unten gegen den Lampenboden).



Und mit was brennt ein Frosch?? Ein Frosch ist eine Fettlampe. Offene Frösche werden mit Fett gefüllt und haben einen rel. dicken Docht. Geschlossene Frösche füllt man besser mit Lampenöl. Zur Vorbereitung der historischen Befahrung wurden verschiedene Fettsorten ausprobiert, In einer kleinen Versuchsreihe wurden Schweineschmalz, Fritierfett, Butter und Rinderfett ausprobiert. Ein Teelicht - wie es jeder kennt - diente als Vergleichsprobe. Als Docht wurde Kerzendocht-Meterware aus dem Bastelgeschäft verwendet.



{{2003_fettlampen1bb.jpg?640|Teelichter mit Fett gefüllt}}



Das Teelicht hat einen sehr dünnen Docht und ist stark windanfällig. Die Fettlämpchen brannten im Versuch durchweg gut und windstabil. Das selbst ausgelassene Rinderfett stank erbärmlich schon beim Auslassen. Butter sollte auch erst ausgelassen werden, wegen des hohen Wasseranteils.



{{2003_fettlampen2bb.jpg?640|Teelichter mit Fett gefüllt in der Höhle}}



Am besten ist sicherlich einfaches Fritierfett, es ist billig, nicht so unpraktisch weich wie Butter, enthält keine Verunreinigungen (wie selbst ausgelassenes Rinderfett) und brennt stabil. Wenn es mal brennt. Denn was im Versuch so einfach war, ist in der Praxis ganz anders. Der Docht des Frosches muß funktionstüchtig sein, d.h. saugfähig und nicht mit altem Fett verklebt. Außerdem muß der Frosch vorgewärmt werden, damit ausreichend Fett flüssig ist und sich in den Docht saugen kann.



Das älteste Leuchtmittel sind Kienspäne, harzreiches Kiefernholz. In der Höhle kann man sie in Felsritzen stecken.



{{2003_multi-lampen-web.jpg?640|Verschiedene Lampen: Kienspäne, Benzinlampe}}



In Bergwerken meidet man offenes Licht und verwendet zum Beispiel Benzinlampen mit Flammendurchschlagsicherung. Das Glas verrußt allerdings, so daß wir weniger helles Licht als mit den Kienspänen hatten.



----



Und eines habe ich sicher bei dieser Befahrung auch gelernt: Respekt vor den Höhlenforschern in früheren Jahrhunderten (bzw. Jahrtausenden), die mit solchen urtümlichen Lichtquellen zurecht kommen mußten.



Bele, Eckart